Kultur macht Europa - 4. Kulturpolitischer Bundeskongress

Forum 8

 

Am Samstags den "Untergang" oder "Rom und die Barbaren"?
Geschichtsvermittlung zwischen Bildungsanspruch und Histotainment

Nie waren die Möglichkeiten zur Beschäftigung mit Geschichte vielfältiger, nie wurde Geschichte so intensiv vermarktet. Den offiziellen Agenturen der Erinnerung wie Universität, Schulunterricht oder Museum sind bei der Formung von Geschichtsbildern ernstzunehmende Konkurrenz erwachsen. „Die“ Medien drücken der Geschichte durch einprägsame Bilder und emotionalisierte Narrative zunehmend  ihren Stempel auf. Das Ringen um die Aufmerksamkeit einer nach Zerstreuung suchenden Öffentlichkeit prägt Form und Inhalt der gesellschaftlichen Auseinandersetzung mit der Vergangenheit. Dabei verwischen immer perfektere Inszenierungen im Museum die Unterschiede zum Erlebnispark.
Die neuen Formen der Aufbereitung erleichtern vielen den Zugang zur Geschichte. Andererseits neigen sie zu allzu einfachen Erklärungen von komplexen Zusammenhängen. Lösen sich die Geschichtsbilder immer weiter vom verfügbaren Wissen um die Vergangenheit? Können und sollen Kulturpolitik und politische Bildung dem allgegenwärtigen Histotainment etwas entgegensetzen? Sind sie dazu überhaupt in der Lage ?

Podium: Christoph Classen, Projektbereichsleiter am Zentrum für Zeithistorische Forschung, Potsdam; Erik Meyer, Justus-Liebig-Universität Gießen; Gabriela Sperl, Produzentin und Autorin, München
Moderation: Markus Heidmeier, Deutschlandradio Kultur, Berlin